Was ist überhaupt Sport ? -  Sport im Wandel ! 

Autor: Johannes Gerlinger
Institut für Sportwissenschaften der Universität Stuttgart

Im folgenden Text wollen wir einmal genauer auf den Begriff Sport eingehen. Wie ist der Begriff Sport überhaupt definiert ? Was ist Sport und was nicht ? Gibt es auch einen nichtsportlichen Sport ? Welche historische Entwicklung hat der Sport genommen ? Was für eine Bedeutung hat Sport in unserer Gesellschaft ?

Den Begriff Sport allgemein zu definieren erscheint angesichts seiner Bedeutungsvielfalt wenig sinnvoll. Der Duden versucht dies trotzdem. Der Duden versteht unter dem Begriff Sport folgendes:

„ Sport [engl.] – Spiel, Erholung, Liebhaberei; Sammelbegriff für alle Arten der Leibesübungen außer Gymnastik und Turnen; ausgeübt als Liebhaber-Sport (Amateur) oder Berufs-Sport. Beim Sport steht der Leistungs- und Wettkampfgedanke im Vordergrund.“

Diese Definition ist ungenau und nach unserem heutigen Verständnis der Sportwissenschaft auch teilweise falsch.

Ich möchte nun versuchen, den Geheimnissen des Sport-Begriffs durch die Auswertung von zwei Texten („Zur Definition des Sports“- Sportwissenschaft 1980/4, 10.JG und „Der Nicht-sportliche Sport“ – Klaus Heinemann ) auf die Spur zu kommen.

Den Begriff „Sport“ kann man in vielen Dimensionen beschreiben, so gehört zum Sport die motorische Aktivität des Menschen, d.h. sie muß, um als sportliche Aktivität zu gelten, für den betreffenden Sport kennzeichnend sein. Diese motorische Aktivität erfordert immer eine oder mehrere koordinative und konditionelle Fähigkeiten (Kraft, Ausdauer, Koordination, Schnelligkeit usw.), die es zu erlernen und zu trainieren gilt.

So kann man auch hier schon eine gewisse Ausgrenzung vornehmen, d.h. alle Handlungen, bei denen die motorische Aktivität des Menschen nicht unmittelbar angewandt bzw. leistungsbestimmend einbezogen werden, sind nicht als Sport zu bezeichnen (Denkspiele, Hunderennen, Modellbau u.a.)

Sport ist Ausdruck menschlicher Kultur. So gibt es viele Überschneidungen zwischen Alltags-/Arbeitsmotorik bzw. Sportmotorik. Der große Unterschied besteht eigentlich nur darin, daß sportliche Handlungen im Prinzip unproduktiv sind; d.h. sie haben ihrem Sinn nach keine kommerzielle Nützlichkeit und unterliegen keinen existentiellen Zwängen. Hier können also motorische Handlungen, die nicht den Charakter des Selbstzwecks besitzen ausgegrenzt werden, wie z.B. Angeln, das den Fischfang zum Ziel hat, oder die Autofahrt zur Arbeitsstelle.

Sportliche Handlungen sind auf Erwerb, Erhalt und Optimierung motorischer Fähigkeiten ausgerichtet. D.h. Leistung und Wettbewerb sind Grundpfeiler des Sports.

Um Sport gemeinsam auszuüben braucht man soziale Formen wie Mannschaften, Vereine oder Verbände.

Auch Regeln sind hierbei unumgänglich. Diese sind allerdings je nach Zusammenhang mehr oder weniger verbindlich. Der Sport soll gleichzeitig auch ethische Werte vermitteln, so hat der Sport Grundwerte und Leitideen wie Fairplay, Chancengleichheit oder Teamgeist. Die Mißachtung solcher Verhaltensregeln verstößt gegen den Sinn des Sports !



Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 06. Februar 2011 um 11:33 Uhr