Die neuen Bildungsstandards im Fach Sport in Baden-Württemberg
Grundlagen, Chancen und Risiken

Autor: Johanens Gerlinger - Universität Stuttgart

Grundlagen zu den Bildungsstandards

Der neue Bildungsplan für Gymnasien in Baden-Württemberg orientiert sich seit dem Schuljahr 2004/05 nicht mehr länger an Lehrplänen, sondern zeigt nunmehr Bildungsstandards auf, die Kompetenzen und Kenntnisse der Schülerinnen und Schüler für bestimmte Abschnitte ihrer gymnasialen Schullaufbahn beschreiben. Die Bildungsstandards beschreiben 4 Arten von Kompetenzen, über die die Schüler verfügen müssen: fachliche, methodische, soziale und personale Kompetenzen. Bildungsstandards greifen also allgemeine Bildungsziele auf und legen fest, was Schüler zu einem bestimmten Zeitpunkt (am Ende der 6., der 8. und der 10. Klasse) können sollen.

Bildungsstandards beschreiben somit das Gesamtergebnis von Unterricht. Sie sind also ergebnisbezogen und Output-Orientiert.


 

Mit den so genannten Niveaukonkretisierungen wird ein dreistufiger Erwartungshorizont bezüglich des Unterrichtsziels festgelegt. Der im Bildungsplan aufgeführte Standard gibt in etwa ein mittleres Anspruchsniveau vor. Mit Hilfe der Niveaukonkretisierungen kann dieser Standard (Stufe B) nun nach oben (Stufe C) und nach unten (A) modifiziert werden und bietet somit ein Möglichkeit eines differenzierten Unterrichtsangebot und damit eine Förderung und Forderung möglichst aller Schüler.

 

Zwei Beispiele für NIKOs:

 

1. Standard aus dem Bereich Fitness und Gesundheit Klasse 6: Die Schüler können eine ausdauernde Belastung zeitlich einteilen und durchhalten. à 20 Minuten Lauf:

 

A  Schüler kann 20 Minuten laufen mit maximal 3 mal Gehen

B  Schüler kann 20 Minuten laufen ohne Gehpausen

C Schüler kann in 20 Minuten eine bestimmte Strecke (z.B. 3000 Meter) zurücklegen

 

2. Standard aus dem Bereich Spielen - Spiel Klasse 6: Die Schüler erkennen einfache Spielsituationen und reagieren angemessen. à Fußball:

 

A Schüler zeigt wirkungsvolles Angriffsverhalten und kann sich angemessen freilaufen, bindet seine Mitspieler ein und zeigt ein spielgerechtes Abwehrverhalten

B Schüler kann situativ angemessen Mitspieler anspielen oder selbst den Abschluss suchen und besitzt ein erkennbares Angriffs- und Abwehrverhalten

C Schüler kann Spielidee nachvollziehen und kann einen ihm zuspielten Ball annehmen und weiterleiten

 


Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 06. Februar 2011 um 11:37 Uhr