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Seite 1 von 10 Der Stellenwert der Unterrichtsmethodik im Rahmen der neuen Bildungsstandards
Handlungsorientierung als Zielperspektive zur
Kompetenzentwicklung
„Es klippert in der Schule“ , das war vor kurzem die Überschrift eines Artikels in der Zeit (30.03.2006). Heinz Klippert gilt in Deutschland als der Methodenpapst schlechthin. Seine Bücher „Methoden-Training“ oder auch „Teamentwicklung im Klassenraum“ sind unter der deutschen Lehrerschaft zu Bestsellern geworden. Sieben der 16 deutschen Bundesländer haben das Konzept von Klippert inzwischen in ihre neuen Bildungspläne zum Programm erhoben, weitere planen die Umsetzung. Doch was ist so neu, so revolutionär, so anders und vor allem besser an der Unterrichtskonzeption von Klippert, dass sie nun Bildungs- und Lehrpläne aller Bundesländer durcheinander wirbeln muss? Bevor das Konzept von Klippert etwas näher betrachtet werden kann, müssen zuerst einmal einige Fragen genauer geklärt werden. Was waren die Auslöser und vor allem die langfristigen Gründe für diesen Wandel in der Didaktik und Methodik des Unterrichts? Wie lässt sich der Methodenbegriff unter dieser Zielsetzung genauer definieren und welche Bedeutung hat die Unterrichtsmethodik überhaupt für die Bildung und Erziehung unserer Kinder und Jugendlichen.
Durch die TIMMS-Studie (Third Institutional Mathematics and Science Study) im Jahr 1997 und letztlich mit dem so genannten „PISA-Schock” im Jahr 2000 als Deutschland in der internationalen Vergleichsstudie PISA I (Programme for International Student Assessment) in den Bereichen Lesekompetenz, mathematische Grundbildung, naturwissenschaftliche Grundbildung und fächerübergreifende Kompetenzen jeweils nur auf den hinteren Plätzen landete, wurde das deutsche Bildungssystem erschüttert. Bald wurde herausgefunden, dass das schlechte Abschneiden wohl vor allem an den Fragestellungen der internationalen Studie lag. So seien die deutschen Schüler einfach nicht mit den komplizierten Fragen in den standardisierten Tests zurechtgekommen. Deutsche Schüler hätten nämlich sehr wohl jede Menge Fachwissen, könnten mit kompliziertesten Formeln Ergebnisse berechnen und würden natürlich die deutsche Literaturklassiker der Dichter und Denker kennen. In den Tests der internationalen Studien wurde aber eben nicht nach diesem Fachwissen gefragt, es wurden dagegen Aufgaben gestellt, die Problemlösefähigkeiten, Transfer und Phantasie erforderten. Fähigkeiten, die im deutschen Bildungswesen wohl bisher nur ein Schattendasein führten. Internationale Studien wie TIMMS oder PISA waren und sind aber letztlich nur der letzte Auslöser gewesen, sozusagen das Zünglein an der Waage, der Tropfen der das Fass zum Überlaufen gebracht hat, denn der gesellschaftliche Aufschrei war nach der internationalen Blamage groß. Mit Recht, da Deutschland eigentlich bisher immer sehr stolz auf sein Bildungssystem war und international oft kopiert wurde. Bildung, Ausbildung und Forschung sind Deutschlands wichtigste Standortfaktoren. Wissen als Rohstoffperle eines Landes, das sonst keine anderen Ressourcen zur Verfügung hat und damit im internationalen Wettbewerb der Globalisierung bestehen muss. Die Zeiten, in denen das deutsche Bildungswesen als internationales Vorbild diente, sind spätestens seit PISA nun endgültig vorbei. Finnland oder Südkorea haben nun die Vorbildfunktion übernommen. Der deutsche Sanierungsfall wurde nun, da ja Bildung Ländersache ist, nach und nach von den einzelnen Bundesländern angenommen und in neue Bildungspläne umgeschustert. Das Ergebnis erleben nun auch die baden-württembergischen Schulen seit 2004 in den Lehrerzimmern und vor allem in den Klassenzimmern. |
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| Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 06. Februar 2011 um 11:34 Uhr |