| Der Drei-Schluchten-Damm in China |
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Seite 1 von 3 Der Drei-Schluchten-Damm in China - Autor: Johannes Gerlinger -Universität Stuttgart – Institut für Geographie Grundlagen Kein anderes Großprojekt ist in den letzten Jahren so umstritten gewesen wie der Drei-Schluchten-Damm in China. Die Befürworter begründen seine Notwendigkeit durch die Vorteile im Hochwasserschutz, in der Energieerzeugung und in der Verbesserung der Schifffahrt. Die Gegner befürchten Nachteile durch die ökologischen Folgen, die geologischen Gefährdungspotentiale und die soziokulturellen Folgen des Projekts. Im folgenden Text sollen Hintergründe, Vor- und Nachteile des Staudamms erläutert und gegeneinander abgewogen werden. Der Jangtsekiang ist mit seinen 6380 km der längste Strom Chinas und der drittlängste der Welt. Auf seinem Weg fließt er vom tibetanischen Hochland, durch das rote Becken, dann durch die drei Schluchten und schließlich in die Ebene von Vichang bis er bei Schanghai ins ostchinesische Meer mündet. Sein Einzugsgebiet ist knapp 2 Mio. km² groß, bietet Lebensraum für ein Drittel der chinesischen Bevölkerung (1,3 Mrd.) und beinhaltet 25% von Chinas Ackerland. Das mittlere Abflussvolumen beträgt 32.500 m³/s (Rhein 2000 m³/s). Er ist außerdem einer der wichtigsten Binnenverkehrswege Chinas. Die Idee eines Staudamms kam schon in den 20er Jahren auf. In den 80er Jahren wurde das Projekt aufgrund der stärker werdenden Energieknappheit zum Schlüsselprojekt in Deng Xiaopings Reform- und Modernisierungspolitik. 1986 wurde auf Basis einer bilateralen Vereinbarung ein chinesisch-kanadisches Konsortium mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt, die einerseits durch die Weltbank, andererseits durch die kanadische Regierung finanziert wurde. Nach langen Diskussionen und starker Kritik waren schließlich die Hochwasserkatastrophe 1991 und die chronische Energieknappheit des Landes der Auslöser das Projekt umzusetzen. Das Baugebiet wurde zur Sonderwirtschaftszone ernannt und im Dezember 1994 begannen die Bauarbeiten. Am Ende der Bauarbeiten soll der Damm 185 m hoch, 300m breit und über 2 km lang werden. Die Reservoirkapazität soll einmal 40 Mrd. m³ und die Maximalleistung der Generatoren 18 GW (soviel wie 18 Atomkraftwerke) betragen. Die Kosten des Dammbaus wurden Anfangs mit 26 Mrd. US$ beziffert, inzwischen (2002) wurden allerdings schon 50 Mrd. US$ verbaut, so dass Schätzungen von Gesamtkosten von 75 Mrd. US$ bis 2013 ausgehen. Finanziert wird der Staudamm größtenteils vom chinesischen Volk, das mit einer Sondersteuer belastet wird, sowie zu 65% durch Kredite der staatlichen chinesischen Entwicklungsbank. Auch ausländische Investoren sind an dem Projekt beteiligt, von denen als wichtigste die Investmentbank Morgan-Stanley sowie die kanadische Regierung zu nennen sind. |
| Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 06. Februar 2011 um 11:36 Uhr |